Reiseplanung: Roadtrip durch Island

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Für den Sommer 2016 stand für Sylvia und mich Island auf dem Plan. Die größte Vulkaninsel der Erde stand schon länger auf unserer Wunschliste, aber dieses Jahr sollte es endlich soweit sein. Wie so häufig war für uns klar, dass es ein individuell geplanter Road-Trip werden sollte. Bevor die Planung aber so richtig losging, informierten wir uns Anfang des Jahres erst einmal ohne Zeitdruck online, was es grundsätzlich so zu beachten gibt.

Dabei stieß ich irgendwann auf den Blog von Inka Cee, die empfahl, bei einer Reise in den Sommermonaten frühzeitig mit der Planung zu beginnen. Insbesondere die Buchung der gewünschten Unterkünfte und des Mietwagens könnten ansonsten schwierig werden. Und das bestätigte sich dann auch bei einer groben Recherche auf www.booking.com* für unseren Reisezeitraum. Gut, wir hatten inzwischen Anfang März und die Reise war nicht einmal mehr 3 ½ Monate entfernt. Bisher hatten wir unsere Reisen aber oft erst wenige Wochen vorher endgültig gebucht und sind damit eigentlich immer gut gefahren. Island scheint derzeit aber sehr beliebt zu sein und aufgrund der expliziten Warnung wollten wir in diesem Fall anders vorgehen. Also sollte es ab hier schneller gehen.

Flüge

Zuerst mussten wir überhaupt hinkommen. Deswegen ging es erstmal an die Buchung der Flüge. Die diversen Portale und Suchmaschinen bieten hier ja eine recht gute Übersicht des günstigsten Reisezeitraums, indem man die An- oder Abreise um einen oder zwei Tage verschiebt. Es empfiehlt sich aber immer, die Flüge im Anschluss noch einmal auf der Seite der Fluggesellschaft gegen zu checken. Manchmal gibt es doch Preisunterschiede oder man entdeckt einen zeitlich noch besser passenden Flug.

Unseren Hinflug bestritten wir mit WOW Air, einer isländischen Billigfluggesellschaft. 20 KG pro Koffer sind hier als Reisegepäck vorgesehen und völlig ausreichend. Die Beschränkung auf 5 KG Handgepäck machte mir aber ein wenig Sorgen. Das Gewicht meiner Kameraausrüstung liegt sehr schnell über diesem erlaubten Wert. Zuerst hatten wir vor, die Kameraausrüstung auf unsere beiden Rucksäcke zu verteilen. Dann habe ich aber auf der Seite der Fluggesellschaft die Möglichkeit gefunden, das Gewicht eines Handgepäcks auf 12 KG aufstocken zu lassen. Der Kostenpunkt dafür lag bei 15,99 € pro Gepäckstück. Zu diesem Preis kann man sich den möglichen Ärger am Flughafen getrost sparen. Und tatsächlich war das eine sehr gute Entscheidung, denn am Flughafen wurden bei der Gepäckaufgabe nicht nur die Koffer, sondern auch das Handgepäck gewogen.

Den Rückflug planten wir mit Eurowings. Hier sind dann angenehme 8 KG Handgepäck pro Person Standard. Aber nachgewogen hat hier niemand. Dieser Flug geht erst kurz nach Mitternacht, wodurch wir einen ganzen Tag auf Island gewinnen, aber keine weitere Übernachtung einplanen müssen. Perfekt, wenn man sich die isländischen Zimmerpreise anschaut.

Mietwagen

Nachdem wir durch die gebuchten Flüge nun den genauen Reisezeitraum kannten, wollten wir uns um einen Mietwagen bemühen. Die Ringstraße auf Island ist ziemlich gut ausgebaut und ermöglicht theoretisch auch das Reisen mit einem Kleinwagen. Wir wollten uns aber die Option offenhalten, auch die so genannten F-Straßen zu befahren. Für diese unbefestigten Strecken ist ein Allrad-Fahrzeug zwingend vorgeschrieben. Auf www.billiger-mietwagen.de* haben wir uns dann die günstigste Allradkategorie herausgesucht und den Wagen mit allen möglichen Versicherungen von Deutschland aus gebucht. Oft bekommt man durch dieses Vorgehen sehr viel bessere Versicherungskonditionen und -bedingungen, als es vor Ort der Fall wäre. In unserem konkreten Fall hätten wir bei einem Schaden in Island 2000 € per Kreditkarte hinterlegen müssen, die dann von unserer Versicherung zurückerstattet worden wären.

Bei unserer Ankunft wartete der kleine Suzuki Jimny dann bereits am Flughafen auf uns und unser Island Abenteuer konnte beginnen.

Auf der 94 unterwegs nach Borgafjördur.

Routenplanung

Flüge und Mietwagen hatten wir also recht schnell gefunden und gebucht. Nun stand die Routenplanung im Fokus. Davon abhängig war schließlich auch die Buchung der Unterkünfte. Wir entschieden uns für die oft als klassisch bezeichnete Route gegen den Uhrzeigersinn. Das bedeutet vom Flughafen aus entlang der Südküste, über die Ostfjorde in den Norden und von dort aus weiter in den Westen.

Wir haben uns für unsere Reisen angewöhnt, immer auch einen physischen Reiseführer anzuschaffen. Der gibt einen guten ersten Überblick über das Reiseziel und ermöglicht vor Ort auch das kurzfristige Umdisponieren der Aktivitäten. Für Island fiel die Wahl auf das DuMont Island Reisehandbuch*, unter anderem wegen der extra Reisekarte. Als Alternative hatten wir aber auch den Island Reiseführer des Michael Müller Verlags* ins Auge gefasst und durchgeblättert. Seine Pendants hatten uns auf anderen Reisen schon gute Dienste geleistet. Für das kleine Gepäck bietet DuMont noch ein Reisetaschenbuch*. Alle drei wären für unsere Zwecke super geeignet gewesen.

Den Reiseführer habe ich dann innerhalb von wenigen Tagen grob durchgearbeitet und mit den Tipps zu Sehenswürdigkeiten aus dem Netz kombiniert, um abschätzen zu können, wie wir unsere 11 Tage Urlaub auf die Insel verteilen.

Das Fazit: Wir haben viel zu wenig Zeit. Nur gut, dass es im Sommer sehr lange hell ist ;-).

Unterkünfte

Nachdem wir eine Liste der wichtigsten Sehenswürdigkeiten erstellt hatte, entschieden wir uns für 3 Tage im Süd-Westen, 2 Tage Süden bzw. Süd-Osten, 3 Tage im Norden und dann noch einmal 2 Tage im Westen. Der letzte Tag diente dann der Rückreise zum Flughafen. Mit dieser groben Planung ging es also an die Suche nach Unterkünften. Wir waren wie gesagt schon etwas spät dran. Es waren noch ziemlich genau 3 Monate bis es losgehen sollte und vieles war schon ausgebucht.

Ich finde zu diesem Zeitpunkt aber noch vier Unterkünfte, die uns gut gefallen und zumindest annähernd in den Regionen liegen, von denen wir Tagestouren unternehmen können.

    1. Guesthouse Nordheimar bei Selfoss*
    2. Saxa Guesthouse in Stöðvarfjörður*
    3. Kidagil Guesthouse bei Húsavík*
    4. Grundarfjordur Guesthouse and Apartements in Grundarfjörður*

Die zweite Unterkunft war leider etwas weiter von der ersten entfernt, als ich mir das gewünscht hätte. Die Region um Höfn wäre mir lieber gewesen, war aber bereits vollständig ausgebucht. Dadurch stand uns eine etwas längere Fahrt ins Haus. Und das ausgerechnet auch noch auf der Strecke an der Gletscherlagune vorbei, an der wir jetzt leider nur einen kurzen Zwischenstopp machen konnten. Trotzdem war ich, auch rückblickend betrachtet, ziemlich zufrieden mit der Wahl.

Sehenswürdigkeiten

Die Sehenswürdigkeiten, die wir von den einzelnen Unterkünften aus anfahren wollten, seht ihr in der folgenden Liste und auch in der Karte darunter, in der auch die Unterkünfte markiert sind. Es gibt auf Island so unglaublich viel zu entdecken, dass es schwierig ist, eine konkrete Auswahl zu treffen. So hat Island zum Beispiel unglaublich viele tolle Wasserfälle. Alles, was in der Liste ein „foss“ im Namen trägt, hat hier etwas mit stürzendem Wasser zu tun. Der Traum für jeden Fotografen.

  • Hafnarberg (hier sollen viele Vögel nisten)
  • Blaue Lagune
  • Kerið (Kratersee)
  • Geysire (Stori & Strokkur)
  • Gullfoss
  • Seljalandsfoss
  • Skógafoss
  • Solheimasandur (Flugzeugwrack in Lava-Wüste)
  • Leuchtturm auf Dyrhol
  • Jökulsárlón Ice Beach und Gletscherlagune
  • Godafoss
  • Húsavík (Walbeobachtung)
  • Dettifoss
  • Myvatn
  • Grjótagjá
  • Myvatn Nature Baths
  • Kirkjufellsfoss
  • Ytri Tunga Beach
  • Búðir
  • Höhlen bei Arnarstapi
  • Strand von Djúpalónssandur (Bizarre Felsen)
  • Rif (Küstenseeschwalbenkolonie)
  • Hraunfossar

Karte der Unterkünfte und Sehenswürdigkeiten (Hier geht’s zur Google Maps Karte):

Openstreetmap einiger Sehenswürdigkeiten und die Unterkünfte unseres Island Roadtrips

Wer zur Reisevorbereitung noch mehr über Island lesen möchte oder wem die Zeit bis zur Reise noch zu lange dauert (da ihr ja alle frühzeitig gebucht habt), dem kann ich nur das Buch 111 Gründe Island zu lieben* ans Herz legen. Mir war die Zeit bis zum Urlaub schlicht zu lange und obwohl ich sonst ein absoluter Buchmuffel bin, habe ich dieses Exemplar in kürzester Zeit verschlungen. So hat es mir neben einigen tollen Hintergrundinformationen noch zusätzliche Ausflugstipps geliefert, die nachträglich noch in unsere Planung eingeflossen sind.

Die Bewertung einiger Sehenswürdigkeiten werde ich nach den Reiseberichten auch in diesem Planungsbericht ergänzen.

Navigation & mobiles Internet

Um von A nach B zu kommen, wollte ich ein Navigationsgerät mitnehmen. Da unsere Navis aber Island nicht im Kartenmaterial hatten und schon etwas in die Jahre gekommen sind, mussten wir uns etwas anderes überlegen. Und da das Smartphone ohnehin dabei ist, würde sich anbieten, über Google Maps zu navigieren. Das erfordert dann aber natürlich mobiles Internet. Zu diesem Thema fand ich nach kurzer Recherche auch schnell etwas im Netz. Marc von Zebroc hat dazu einen ausführlichen Bericht geschrieben, der mir die nötigen Informationen verschaffte. Ihr findet hier auch einen Vergleich der verschiedenen Anbieter. Ich kaufte bei unserer Ankunft am Flughafen eine Sim-Karte von Simmin, dem wohl größten Anbieter auf der Insel. Es gibt Prepaid-Karten nur für mobile Daten oder auch welche mit zusätzlich Telefoneinheiten. Uns reichte das mobile Internet. Für 2000 isländische Kronen gibt es 1 GB Datenvolumen inklusive. Das sind umgerechnet keine 15 €. Nach dem Einlegen der Karte verlangt das Handy nach einer Nummer, die auf der Simmin-Verpackung steht. Danach ist die Karte sofort aktiviert und einsatzbereit. Absolut simpel und komfortabel.

Die Netzabdeckung von Simmin ist super. Selbst an abgelegensten Orten hatten wir 3G oder sogar 4G. Nur als wir in den Ostfjorden an beeindruckenden Bergmassiven vorbeifuhren, verabschiedete sich das Netz hin und wieder. Sobald aber das nächste Haus in Sichtweite war, hatten wir auch wieder ausreichend Empfang. Das Nachladen von Datenvolumen ging ebenfalls super einfach. Mit der Kreditkarte war das in einer Minute auf der englischen Simmin Homepage erledigt.

Wer also unterwegs nicht auf Internet verzichten kann oder will, dem kann ich die Simmin-Karte nur wärmstens empfehlen.

Die Navigation über Google Maps funktionierte auch ziemlich zuverlässig, obwohl das Google-Straßennetz 2016 anscheinend nicht auf dem aktuellen Stand war. Da die neuen, unbekannten Straßen aber meist parallel zu den alten verlaufen, fährt man dem Navi nach kurze Zeit offroad, bevor die Route irgendwann wieder auf einen bekannten Knotenpunkt trifft.


Fotos auf Island

Fotografisch habe ich einiges von Island erwartet. Immer wenn ich Fotos von dort gesehen habe, konnte ich es kaum erwarten selber hin zu kommen, um mich mit meiner Kamera auszutoben. Viele Wasserfälle, die durch Langzeitbelichtung aussehen, als wären es mit Watte behangene Felsformationen, schroffe Landschaften, wechselndes Wetter und im Sommer lange Sonnenauf- und untergänge mit wundervollem Licht. So stellte ich mir Island vor unserem Trip fotografisch vor. Außerdem hatte ich von den vielen Vögeln gelesen, die im Sommer auf und um Island nisten. Gerade die Papageientaucher, auch Puffins genannt, waren hier eines meiner favorisierten Fotoziele. Aufgrund dieser unterschiedlichen Anforderungen plante ich folgende Ausrüstung mitzunehmen:

Meine D7100 hat mich nun schon auf einige Reisen begleitet und hatte auch auf Island wieder einiges zu tun. Über den Arca Swiss kompatiblen L-Winkel kann ich die Kamera im Hoch- wie im Querformat direkt an das Stativ montieren. Der SunSniper dient als komfortables Tragesystem.

Als Standardobjektiv ist mein 17-55 mm f2,8 mit auf die Reise kommen. Es ist zwar schon alt und manchmal scheint der Autofokus nicht mehr ganz so treffsicher zu sein, aber ich habe keine wirkliche Alternative zur Hand. Das Superweitwinkel 10-24 mm f3,5-4,5 sollte die Landschaften optimal in Szene setzen. Da beide Objektive ein 77 mm Filtergewinde haben, war ich flexibel im Einsatz meiner Grau- und Polfilter.

Für die Langzeitbelichtungen, ob mit oder ohne Filter, benötigte ich dann auch das Stativ. Zum ersten Mal kam hier mein neues Carbon Stativ SIRUI T-1205X mit auf Reisen, welches ich zum 30. Geburtstag geschenkt bekommen habe. Der passende Stativkopf und der Fernauslöser sind da obligatorisch.

Zu guter Letzt war das Super-Telezoom-Objektiv Tamron 150-600 mm f5-6,3 mit dabei und konnte einiges der isländischen Tierwelt auf den Sensor bannen. Ich habe fast 2500 Fotos von 50 verschiedenen Vogelarten mit nach Hause gebracht. Dabei habe ich vor dem Schlafengehen immer schon Bilder auf der Kamera aussortiert. Neben vielen Vögeln, Schafen und Pferden hatten wir zudem das Glück Robben, Wale und sogar Rentiere zu Gesicht zu bekommen. Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf die vielfältige Vogelwelt auf Island.

Ein kleiner Alpenstrandläufer im Gras.
Der Rotschenkel beobachtet seine Umwelt am liebsten von erhöhten Positionen.

Mehr gibt es aber dann erst in den Einzelberichten zu sehen und zu lesen.


* Ich betreibe diesen Blog grundsätzlich unentgeltlich als Hobby. Ich verwende aber u.a. Amazon Partnerlinks für Produkte, die ich euch empfehlen möchte. Sie bieten weitere Informationen zu den Produkten und ich bekomme sogar noch eine kleine Provision zugesprochen, wenn ihr die Produkte über meinen Link bei Amazon kauft. Der Preis ist für euch der gleiche. Wenn euch das empfohlene Produkt also gefällt und ihr mich etwas unterstützen möchtet, dann kauft doch über diesen Weg. Ich würde mich freuen. Andere Empfehlungs- oder Affiliate-Links kennzeichne ich ebenfalls mit einem Sternchen. 


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