Öcher Printen selbstgemacht

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Die Öcher Printe ist dem Aachener seine liebste Schnützerei. Die Printe oder Prent ist dabei nicht nur Gebäck, sondern ebenso im Sprachgebrauch als neckische Verunglimpfung seines Gegenübers, in Vereinsnamen oder im Namen eines dotierten Kleinkunstpreises wiederzufinden. Auch in der öffentlichen Kunst ist die Printe wieder zu finden. Am Büchel, Ecke Körbergasse, steht seit 1985 das Printenmädchen, die Bronzestatue eines Mädchens, die einen übergroßen Printenmann in den Händen hält.

Die Aachener Printe ist eine spezielle Sorte Lebkuchen und erfreut sich nicht nur bei Einheimischen großer Beliebtheit. Auch als Mitbringsel für die Daheimgebliebenen sind sie von Touristen gerne genommen. Aus diesem Grund bieten die zahlreichen Printenbäcker in Aachen sie mittlerweile auch ganzjährig zum Verkauf an. Zur Weihnachtszeit ist aber die Hochsaison der Printen. Sie schmücken in allen Formen, Varianten und Größen die Schaufenster der speziellen Verkaufslokale.

Dabei lassen sich die leckeren Printen auch wunderbar zuhause machen. Ich habe mich letztes Jahr vor Weihnachten das erste Mal daran versucht und da sie ganz gut angekommen sind, dieses Jahr erneut. Für die, die es selber einmal probieren möchten, habe ich mein Rezept aufgeschrieben. Viel Spaß beim (Nach-)Backen.

Eine kleine Vorwarnung sei jedoch erlaubt: Es ist eine ziemlich klebrige Angelegenheit.
Wer glücklicher Besitzer eines Thermomixes ist, kann die Angaben in den Klammern hinter den Zubereitungsschritten nutzen.


Zutaten:

500 g Rübensirup
5 g Pottasche
150 g Krümelkandis
75 g Zucker
600 g Mehl
40-50 g Orangeat
½ TL Piment, gemahlen
3 TL Anis, gemahlen
2 TL Koriander, gemahlen
2 TL Zimt
1 Prise Kardamom
1 Prise Muskat
1 Prise Natron

Topping:
Milch
Haselnüsse, Mandeln
Schokolade


Zubereitung:

  • Krümelkandis eventuell weiter zerkleinern, sodass die Stücke 2-3 mm nicht überschreiten, das Orangeat hacken und die Pottasche in 3 EL Wasser oder besser noch Rum auflösen.
  • Mehl, Kandis, Orangeat, Piment und restliche Gewürze mischen (TM: 10 Sek., Stufe 4, danach umfüllen).
  • Rübensirup, Zucker und 4 EL Wasser auf 70°C erhitzen (TM: 5 Min., 70°C, Stufe 2).
  • Mehlmischung mit aufgelöster Pottasche und dem Sirup zu einem Teig verkneten (TM: 4 Min., Knetstufe).

Selbst der Thermomix kommt hier an seine Grenzen. Alternativ ist hier vermutlich ein leistungsstarkes Handrührgerät mit Knethaken von Nöten.

  • Teig abgedeckt über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.

Zubereitung:

  • Ofen auf 180°C vorheizen.
  • Teig auf ca. 4-6 mm ausrollen.

    Hinweis: Der Teig ist extrem hart, wenn er aus dem Kühlschrank kommt. So lässt er sich jedoch am besten verarbeiten, da er so etwas weniger klebt. Am besten also portionsweise entnehmen und den Rest wieder kühl stellen. Ich rolle den Teig dann zwischen zwei Backpapierzuschnitten aus und bemehle beide Seiten dabei gut.

  • Die ausgerollte Teigplatte dann in Stücke schneiden. Zum Beispiel mit einem Pizzaschneider.

    Hinweis: Ich schneide sie in ca. 0,5 cm breite und ca. 7 cm lange Streifen. So erhält man später die Printensticks, die es beim Printenbäcker „Klein“ gibt. Die Printen gehen im Backofen noch ungeahnt auf, also eher etwas kleiner dimensionieren. Diese Streifen dann mit ausreichend Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech verteilen.

  • Printen mit Milch (alternativ Wasser) bepinseln und bei Bedarf mit Mandelsplittern oder halbierten Haselnüssen belegen und leicht andrücken. Im heißen Ofen auf mittlerer Schiene ca. 7 Minuten fertig backen (Zeit je nach Ofen und Printengröße anpassen!).
  • Nach dem Backen und Abkühlen können die Printen nach Geschmack mit Schokolade überzogen werden.

    Hinweis: Durch den Schokomantel bleiben die Printen hart. Ansonsten ziehen sie relativ schnell Feuchtigkeit aus der Luft und werden dadurch weich. Das kann durchaus gewollt sein, wenn man die Hartprinten nicht so gerne mag. Für meinen Geschmack muss die Öcher Printe aber hart und mit Schokolade überzogen sein. Von daher lohnen sich die Extrastunden für das Schokoummanteln der Printenberge. Theoretisch halten sich die Printen so eine ganze Weile, aber bei uns überstehen Sie die Weihnachtstage meist nicht.



 

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